Zeichentrickfilm
Was ist ein Zeichentrickfilm?
Ein
Zeichentrickfilm ist eine Animationsart, welches aus vielen Einzelzeichnungen
besteht, die zeitlich so aneinadergereiht werden, dass eine Illusion
der Bewegung entsteht, dafür werden pro Sekunde mindestens 12 Bilder benötigt,
damit das menschliche Auge die Veränderung als flüssig wahrnimmt.
Die Zeichnungen entstehen traditionell am Leuchttisch oder
digital am Zeichentablett. Zusammengefügt und koloriert werden diese heutzutage
fast ausschließlich am Computer, da auf diese Weise viel Arbeitsaufwand erspart
wird.
Zeichentrickfilm im Vergleich zu 3D Animation
Trotz des enormen Arbeitsaufwandes wird der Zeichentrick von
vielen Künstlern und Animatoren der 3D Animation vorgezogen. Zum einen liegt
das natürlich in den persönlichen Präferenzen des Filmemachers, doch zum
anderen bietet der Zeichentrickfilm auch einige gestalterische Vorteile. Im
Vergleich zur Computeranimation sind beispielsweise extreme Veränderungen in
wenigen Posen viel einfacherer, damit können Veränderungen wie Metamorphosen
mit wenig Arbeitsaufwand dargestellt werden. Auch ist bei dem Zeichentrickfilm
die künstlerische Handschrift des Machers viel stärker zu erkennen.
Doch natürlich hat diese Animationstechnik auch Nachteile.
Da jedes Bild einzeln gezeichnet werden muss, sollten die Figuren stilisiert
sein und auf komplexe Elemente wie Muster und Texturen verzichtet werden.
Um den Produktionsaufwand eines Animationsfilmes möglichst
zu erleichtern oder eine bestimmte Bildästhethik zu erzielen gibt es
Hybridanimationen bei denen beide Techniken zusammen verwendet werden. Ein
berühmtes Beispiel hierfür ist der Kurzfilm „Paperman“ von Disney.
Geschichte des Zeichentricks
Die Illusion der Bewegung durch Zeichnungen gelang erstmals
im Jahr 1833, durch den Physiker Joseph Antoine Ferdinand Plateau, dem Erfinder
des Phenakistiskop. Das Medium
funktioniert auf ganz simple Weise. Auf einer Drehscheibe sind Zeichnungen von
mehreren Bewegungsphasen abgebildet. Durch kleine Schlitze sieht der Betrachter
die nacheinander die Bilder auf einem Spiegel.
Darauf folgten andere Erfindungen, wie das Daumenkino und
das Zoetrop und schließlich das Praxinoskop. Bei beiden letzeren Methoden waren
die Zeichnungen auf Transparenz in einer Trommel, welches manuell gedreht
wurde. Während man beim Zoetrop die Bewegungsabfolge durch Schlitze in der
Trommel sah, geschah dies bei dem Praxinoskop durch eine Wandprojektion.
Aufgrund der begrenzten Bilderkapazität dieser Geräte waren keine Vorführungen über
einer Länge von 15 Minuten möglich.

Die Zeit von 1920
bis 1960 nennt man die Goldene Zeit des Zeichentricks, da in diesen
Jahren sehr viele Animationen produziert worden sind. Es entstanden Charaktere
wie Mickey Mouse und Bugs Bunny die bis heute ihre Bekanntheit wahren.
Zeichentrick
heute
Im Bereich Zeichentrick sind heutzutage
Serien viel stärker repräsentiert als im Bereich
Film. Dies liegt
darin begründet, dass die großen Animationsstudios, wie Pixar, Dreamworks und
Sony u.W. sich komplett der Computeranimation zugewandt haben.
Neben
Fernsehserien werden auch Animes weitestgehend als Zeichentrick erstellt, was
auch den Stil des Anime stückweit ausmacht.
Hayao Miyazaki bei der Erstellung einer Zeichentrickanimation.
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