Samstag, 30. Juli 2016

Aufsicht/Obersicht

Bei der Aufsicht bzw. Obersicht (engl.: High-Angle-Shot) ist die Kamera in einer hohen vertikalen Position zum Protagonisten bzw. zum Objekt. Der Zuschauer erhält den Eindruck, auf das Objekt herabzublicken. Die Aufsicht wird auch oft mit der Untersicht, z.B. in Dialogen, zusammen benutzt.
Wirkung und Technik
Die Aufsicht wird gerne genutzt um Handlungsstrenge in Schräglage gekonnt in Szene zu setzen. Hier entsteht z.B. ein Dialog zwischen Kindern und Erwachsenen oder Stehenden und Sitzenden Personen. Dadurch soll ein Protagonist meist eine Machtlose, Unterlegene Position bekommen. Diese Bedeutung kann man der Symbolik von „hoch/niedrig“ zuordnen. Das Machtvolle wird in eine hohe Position gesetzt, also „oben“, das Machtlose oder Verwerfliche als „unten“ inszeniert und sprachlich bezeichnet.
Diese Bedeutung kann man allerdings nicht verallgemeinern, denn die Aufsicht wird auch genutzt um einen Überblick über das Geschehen zu geben oder eine große Menschenmenge, z.B. bei Schlachten, zu zeigen. Jedoch sollte man darauf achten keine dauerhaft schnellen Handlungen ausschließlich von der Aufsicht zu zeigen, da hier die Tiefenstaffelung und die Entfernungswirkung verloren gehen.Auch hier kann man Objekte bewusst aus dem Bild entfernen oder Gebäude kleiner erscheinen lassen.

Mit einem Weitwinkel- oder Teleobjektiv kann man verschiedene Bildausschnitte wählen und besonders interessante Strukturen und einen weiten Überblick erfassen.

 

Beispiel


Als Beispiel habe ich einen Filmausschnitt aus „The Grand Budapest Hotel“ aus dem Jahr 2014 von dem Regisseur Wes Anderson gewählt. Man sieht eine Konservation zwischen Monsieur Gustave und seinem neuen Lobby-Jungen Zero. Als eine dritte Person hinzukommt, Mr. Mosher, der aus einem Fenster herabschaut, wechselt die Sicht zwischen Aufsicht und Untersicht und erweckt eine interessante Perspektive in der man mehr Details erfassen kann.


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